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Endometriose erhöht Schlaganfallrisiko

Endometriose10.10.22 5 min. lesezeit

Was Du als Endo-Patientin beachten solltest

Knapp 30.000 Endometriose-Patientinnen* mussten 2020 stationär behandelt werden. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug dabei 3 Tage [4]. 

Allein diese Zahlen zeigen: Endometriose liegt als zweithäufigste gynäkologische Erkrankung [3] jenseits der häufigsten Menstruationsbeschwerden. Obwohl sie als solche bis zur gesicherten Diagnose oftmals – aus Unwissenheit – abgetan werden. Und das nicht selten über Jahre hinweg.

Eine US-amerikanische Arbeitsgruppe hat nun auf ein Risiko für Endo-Patientinnen aufmerksam gemacht, das verdeutlicht, wie wichtig eine gesicherte Diagnose für die ganzheitliche Gesunderhaltung ist. Endometriose erhöht das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden.

In diesem Artikel erfährst Du

Endometriose: bis zur Diagnose vergehen oftmals Jahre

Weltweit sind nach Schätzungen der WHO etwa 190 Millionen Frauen von Endometriose betroffen [5].
Zwar hat das Krankheitsbild in den letzten Jahren mehr und mehr an Aufmerksamkeit gewonnen. Trotzdem dauert es auch heute noch  zwischen 3 und 10 Jahren bis zur gesicherten Diagnose [3]. 

Zu Unrecht viel zu oft als “starke Regelschmerzen” verkannt, stecken hinter dem diffusen Krankheitsbild in erster Linie Entzündungsherde und Zysten. Diese betreffen vornehmlich den weiblichen Fortpflanzungsapparat sowie den Beckenraum mit Eierstöcken, Eileitern, Muskelschicht der Gebärmutterwand und Gebärmutterhals oder auch Darm

Ausgelöst werden diese Entzündungen insbesondere durch Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt und außerhalb der Gebärmutter wächst. Diese Gewebeherde können nicht nur ausgesprochen starke, mit der Regel nicht zu vergleichende Schmerzen verursachen. Vielmehr kann dieses Gewebe – sogar zyklusunabhängig – auch wachsen und bluten [3]. In seltenen Fällen geschieht dies in Organen außerhalb des unteren Bauchraums.

Hinzu kommt, dass das im Körper “versprengte” Gewebe die Entstehung von chronisch verlaufenden Entzündungen, Vernarbungen und Verwachsungen von Organen des unteren Bauchraums begünstigt. 

Endometriose kann neben starken Krämpfen, Schmerzen im gesamten Körper sowie ausgeprägten Kreislaufproblemen auch Übelkeit auslösen. 

Gleichzeitig gilt Endometriose als einer der häufigsten Gründe für Infertilität. Da viele der Patientinnen die Diagnose im gebärfähigen Alter erhalten, kann der Umstand der ungewollten  Kinderlosigkeit allein mit starker emotionaler Belastung einhergehen. 

Die endgültige Diagnose erfolgt in der Regel unter anderem via Tastuntersuchung, Ultraschall oder Bauchspiegelung.

US-amerikanische Forscher liefern unabhängig von den bereits bekannten Symptomen einen Grund mehr, warum Du bei einem Verdacht auf Endometriose so schnell wie möglich mit Ärztinnen und Ärzten an einer Diagnose arbeiten solltest.

Endometriose und Schlaganfall: das sagen Studien-Daten

Im Sommer 2022 hat eine Arbeitsgruppe um Dr. Leslie Farland von der Universität Arizona Daten von mehr als 112.000 Frauen über einen Zeitraum von rund 30 Jahren ausgewertet. Die Daten stammen sämtlich aus der “Nurses' Health Study II”, einer staatlichen Studienreihe zur Ermittlung von Risikofaktoren für schwere chronische Erkrankungen bei Frauen. Die Reihe wurde 1976 ins Leben gerufen und richtete sich anfänglich ausschließlich an Krankenschwestern. Diese konnten mit ihrer Expertise zu Krankheitsbildern die Fragebögen gezielt beantworten.

Beim Start der Studienaufzeichnungen der “Nurses' Health Study II” waren die teilnehmenden Frauen zwischen 25 und 42 Jahre alt. Bei mehr als 5.000 von ihnen lag zu Beginn der Studie eine per Bauchspiegelung diagnostizierte  Endometriose vor.

Während bereits zuvor bekannt war, dass Endometriose das kardiovaskuläre Risiko, also die Wahrscheinlichkeit von Herzerkrankungen, steigert, ergänzen die Forscher mit ihrer Auswertung einen weiteren wichtigen Aspekt zum besseren Verständnis der Krankheit.

Bei Frauen mit bestätigter Endometriose-Diagnose zeigt sich ein um 34 Prozent erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Dabei standen 39 Prozent dieser Schlaganfälle in Zusammenhang mit der Entfernung von Gebärmutter oder Eierstöcke

Bei weiteren 16 Prozent stellten die Forscher die These auf, dass eine die Endometriose begleitende Hormontherapie zum Schlaganfall beigetragen haben könnte.
Eine Verbindung zu anderen Faktoren der Patientinnen wie Alter, Body-Mass-Index oder Menopausenstatus wurde während der Datenauswertung nicht festgestellt. [1; 2]

Self-Care als Endometriose-Betroffene

Die Self-Care-Routine von Endometriose-Betroffenen variiert zwar je nach Ausprägung des individuellen Beschwerdebilds. Dennoch können Dir die folgenden Ratschläge dabei helfen, Deine persönlichen Self-Care-Schritte zu überprüfen und zu schauen, ob Du den für Dich richtigen Weg zu mehr Wohlbefinden gehst. 

  • Verschaffe Dir einen ehrlichen Überblick über Deine Schmerzmittel-Einnahme!

Bislang ist die therapeutische Begleitung von Endometriose-Patientinnen – operative Eingriffe ausgenommen – vornehmlich auf die Linderung der Symptome ausgerichtet. Nicht selten nehmen Betroffene aus diesem Grund mitunter verschreibungspflichtige Schmerzmedikamente ein. 

Solltest Du Schmerzmedikamente einnehmen, besprich dies bitte offen mit der Dich behandelnden Ärzteschaft und vergiss dabei nicht die rezeptfreien Medikamente wie Paracetamol, Ibuprofen oder Naproxen. Frage bei der Konsultation in Praxen und Apotheken, inwiefern Du diese Medikamente bei erhöhtem Schlaganfallrisiko einnehmen kannst.

Gegebenenfalls stellt Dir Deine Hausärztin oder Dein Hausarzt einen persönlichen Medikationsplan aus. Dieser hilft Dir nicht nur, den Überblick zu behalten, sondern auch dabei, gesundheitsschädliche oder anderweitig unerwünschte Wechselwirkungen (zum Beispiel das Abschwächen der Wirkung von Medikamenten) zu erkennen. 

  • Lass Dich in der Behandlung durch unterschiedliche Fachbereiche unterstützen!

Obwohl Endometriose als gynäkologische Erkrankung zählt, solltest Du Dir im Laufe der Behandlung auch in weiteren Fachbereichen Rat und Unterstützung suchen. Insbesondere die Fachdisziplinen Chirurgie, Radiologie, Schmerztherapie, Urologie oder, bei Bedarf,  Physiotherapie können Dich zielgerichtet begleiten. 

Solltest Du einen Kinderwunsch haben, frag Deine Frauenärztin oder Deinen Frauenarzt nach beispielsweise Kinderwunschkliniken, die auf Endo-Patientinnen spezialisiert sind. 

Mit Blick auf das erhöhte Schlaganfallrisiko können Neurologie-Ärztinnen und -Ärzte sowie auch Internistinnen und Internisten oder Expertinnen und Experten für kardiovaskuläre Erkrankungen Deine Anlaufstellen sein.  

  • Führe ein Schmerz- und Stresstagebuch!

Noch dauert die gesicherte Diagnose von Endometriose bis zu 10 Jahren. Es kann für Dich und Deine behandelnden Ärztinnen und Ärzte hilfreich sein, wenn Du ein Schmerztagebuch führst, in dem Du Dauer und  Art (stechend, drückend, ziehend) des Schmerzes sowie die betroffene Körperregion, ggf. Uhrzeit und, wenn bekannt, Auslöser (Stress, Ernährung, Zyklustag) einträgst.


Gleichzeitig unterstützt Dich der achtsame Umgang mit den Schmerzsignalen Deines Körpers, besser mit ihnen umzugehen. Entdeckst Du etwas, das Deine Symptome lindert, solltest Du auch das vermerken, um schneller in eine Routine zu finden, die Dein Wohlbefinden stärkt. 

Auch das Tracken von Stressmomenten kann Dir helfen, Trigger besser zu erkennen und zu vermeiden, wodurch Du Deinen Körper weniger belastet.

Beide Dokumentationen kannst Du, wenn Du möchtest, Deiner Ärztin oder Deinem Arzt vorlegen, um die Diagnose und Behandlung aktiv zu unterstützen.

  • Nimm die Signale Deines Körpers ernst!

Ganz egal, auf wie viel Unverständnis Du in Deinem privaten, therapeutischen oder beruflichen Umfeld stößt: achte auf die Signale Deines Körpers und notiere sie gegebenenfalls. So fallen Dir Unregelmäßigkeiten und ernste Reaktionen Deines Körpers schneller auf und Du kannst entsprechend schneller um fachliche Hilfe bitten. 

Fazit

Endometriose erfährt mehr und mehr Aufmerksamkeit. Dennoch vergehen bis zur gesicherten Diagnose nach ersten Beschwerden bis zu 10 Jahre.

Das Krankheitsbild ist sehr vielfältig. Auch dieser Umstand erschwert eine konkrete Diagnose. Wenn Du den Verdacht hast, an Endometriose erkrankt zu sein, kann Dir ein Schmerztagebuch dabei helfen, die Symptome genau zu erfassen. Dies unterstützt die Anamnese in ärztlichen Gesprächen. Die endgültige Diagnose erfolgt in der Regel unter anderem via Tastuntersuchung, Ultraschall oder Bauchspiegelung.

Da Endometriose laut neuesten Studienanalysen das Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfälle erhöht, ist es sinnvoll, wenn Du frühestmöglich neben der gynäkologischen Betreuung entsprechende Fachexpertinnen und -experten weiterer Disziplinen, zum Beispiel Neurologie und Kardiologie, für Deine umfängliche Therapie konsultierst.

Die durch eine Endometriose ausgelösten Schmerzen bedingen oftmals die wiederholte Einnahme von Schmerzmedikamenten. Diese können ihrerseits Deinen Körper schädigen. Bitte besprich den Einsatz von Schmerzmedikamenten mit einer ärztlichen Vertrauensperson.

Da Self-Care als Ritual letztlich auch bedeutet, sich Unterstützung durch andere zu holen, trau Dich, um Unterstützung zu bitten, wenn das Dein Wohlbefinden steigert.

*Für This Place ist die Inklusion aller Geschlechter selbstverständlich. Unter Berücksichtigung der aktuellem Studienlage jedoch haben wir entschieden, in diesem Artikel nicht zu gendern. Sobald die Studienlage Anzeichen für eine inklusive Betrachtungsweise gibt, erfolgt eine Anpassung des Artikels.

Quellen:
  1. Primäre kardiovaskuläre Prävention. Erhöhtes Schlaganfallrisiko bei Endometriose; Jungmayr, P.; 09.06.2022; zuletzt abgerufen am 26.09.2022 More Info
  2. Primäre kardiovaskuläre Prävention. Erhöhtes Schlaganfallrisiko bei Endometriose; Jungmayr, P.; 09.06.2022; zuletzt abgerufen am 26.09.2022 More Info
  3. Was ist Endometriose?; Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V.; zuletzt abgerufen am 26.09.2022 More Info
  4. Diagnosedaten der Krankenhäuser ab 2000 (Eckdaten der vollstationären Patienten und Patientinnen). Gliederungsmerkmale: Jahre, Behandlungs-/Wohnort, ICD10; Gesundheitsberichterstattung des Bundes; 26.09.2022; zuletzt abgerufen am 26.09.2022 More Info
  5. Endometriosis; WHO; 31.03.2021; zuletzt abgerufen am 26.09.2022 More Info
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