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Was sind Terpene?

02.02.21 7 min. lesezeit

 

Auf einen Blick: Was sind Terpene?

  1. Was sind Terpene?
  2. Die Bedeutung der Terpene für Pflanzen und Tiere
  3. Wirkung und Nutzen der Terpene für die Haut
  4. Weitere Anwendungsmöglichkeiten für Terpene?
  5. Wie lange wirken Terpene?
  6. Gibt es auch Nebenwirkungen?

 

CBD-haltige Pflegeprodukte sprießen derzeit wie Pilze aus dem Boden. Doch welche unter ihnen machen wirklich schöne, glatte und reine Haut? Häufig hört man, dass man auf Voll- oder Breitspektrumprodukte achten sollte. Der Grund dafür ist, dass darin die gesamte Bandbreite der Wirkstoffe der Hanfpflanze enthalten sind. Nur so können sich beispielsweise die Terpene und Cannabinoide gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken. Ein Extra-Bonus an Wirksamkeit sozusagen. Doch was hat es genau mit den Terpenen auf sich?  

Was sind Terpene?

Kurz: Terpene sind verantwortlich für Duft und Geschmack von Pflanzen – und auch für den ein oder anderen Effekt auf uns Menschen… 

Pflanzen haben viele bezaubernde Eigenschaften: Sie sind mit den verschiedensten Farben und Gerüchen ausgestattet. Manche von ihnen schmecken gut und haben sogar eine besondere Wirkung. Nicht umsonst werden Pflanzen schon seit Jahrtausenden als Tee, Gewürze, Speisen oder Medizin eingesetzt.

So können Pflanzen und neue Behandlungsmöglichkeiten eröffnen, die einigen chemisch-synthetischen Produkten in nichts nachstehen. Das Gute an ihnen: Sie wirken nicht nur erstaunlich vielfältig, sondern sind oft auch gut verträglich.

Die Terpene gehören zur Stoffgruppe der sekundären Pflanzenstoffe. Sie sind enorm vielfältig. Wenn du beispielsweise ein ätherisches Öl in deine Duftlampe gibst, sind die Terpene das das was in deiner Nase, als Geruch ankommt. Doch das ist noch nicht alles: Sie bilden auch andere Aroma- und Fettstoffe, Hormone, Lockstoffe (Pheromone), Vitamine, Grundgerüste von Pilzen und Schwämmen, Naturkautschuk u.v.m. [1].

Denk einmal an die verschiedenen Hanfarten, wie unterschiedlich sie riechen und wirken. Die eine wirkt eher beruhigend, die anderen anregend. Hanf kann blumig, erdig, fruchtig, holzig, moschusartig, minzig, süß, zitronig oder sogar käsig riechen und all das nur wegen der unterschiedlichen Terpene. 

Die Bedeutung der Terpene bei Pflanzen und Tieren

Bei Pflanzen und Tieren gibt es rund 8000 verschiedene Terpene. Da wundert es nicht, dass sie so viele verschiedene Funktionen haben. Du findest sie in den Ölen und Harzen von Pflanzen, in deren Blüten, Blättern und Rinden. Dort helfen sie den Pflanzen, Insekten anzulocken, Photosynthese zu betreiben und Fressfeinde abzuwehren. 

Uns Menschen schützen die Terpene vor Bakterien, Pilzen und schädlichen Umweltfaktoren, was sie als Inhaltsstoff in Kosmetika prädestiniert. Man vermutet sogar, dass sie die Entstehung von Krebs hemmen können. Sie sorgen als Hormone für die Kommunikation zwischen Zellen und helfen, Reize im Körper weiterzuleiten. Es gibt sogar Terpene, die direkt auf das Endocannabinoidsystem einwirken können. Im Zusammenspiel mit CBD können sie die Effekte der Cannabinoiden lenken, abschwächen oder verstärken. Terpene und Cannabinoide, so die Theorie, beeinflussen sich in ihrer Wirkung gegenseitig (Entourage-Effekt) [2]. 

Terpene in der Hanfpflanze

Alleine im Hanf gibt es über 200 verschiedene Terpene. Sie befinden sich vor allem im Harz der weiblichen Hanfblüten, wie auch die Cannabinoide. Strenggenommen sind Cannabinoide sogar eine Sonderform der Terpene. Besitzt eine Hanfsorte viele Terpene, gilt das in der Regel auch als Indikator für einen hohen Cannabinoidgehalt [6]. 

Verschiedene Hanfsorten unterscheiden sich vor allem hinsichtlich Geruch und Wirkung. Das hängt damit zusammen, dass jede Sorte eine ganz eigene Zusammensetzung und Konzentration an Inhaltsstoffen (wie eben CBD und Terpenen) hat. Wie und wie stark eine Hanfsorte wirkt, hängt entscheidend von ihrer Terpen- und Cannabinoidzusammensetzung ab. 

Vielleicht hast Du schon gehört, dass CBD seine Wirkung unter anderem auf die CB2-Rezeptoren des Endocannabinoidsystems ausübt. Das Terpen Caryophyllen kann das auch, wirkt aber im Gegensatz zu CBD auf direkte Weise auf die CB2-Rezeptoren ein. CBD selbst wirkt nämlich gar nicht direkt an den Rezeptoren [S16]. 

Terpene können aber noch mehr: Sie reagieren auch mit anderen Rezeptoren in unserem Körper. So kann das Terpen Bisabolol beispielsweise die Produktion von Entzündungsvermittlern hemmen, indem es direkt an Entzündungsproteine bindet.

Hier siehst Du die wichtigsten Terpene in der Hanfpflanze und im Überblick. Um das ganze lebendiger zu machen, haben wir in Klammern aufgeführt, wo die Terpene noch vorkommen – so kannst du dir den jeweiligen Geruch vielleicht ansatzweise vorstellen:

  • ß-Caryophyllen (schwarzer Pfeffer)
  • Eukalyptol (Eukalyptus)
  • Linalool (Lavendel)
  • Limonen (Zitrusfrüchte, vor allem in den Schalen)
  • Myrcen (reife Mango)
  • Nerolidol (Orangenblüten)
  • Pinen (Harz von Nadelbäumen)
  • γ-Terpinen (Zitrusfrüchte) [6]. 

Wirkung und Nutzen der Terpene für die Haut

Was hat das jetzt alles mit Kosmetik zu tun, magst du dich fragen. Tatsächlich können Terpene sehr viel für unsere Haut tun. Kleinere Terpene können z. B. die Hautbarriere leicht überwinden. So gelingt es ihnen problemlos, auch in tiefere Hautschichten vorzudringen. Inzwischen weiss man, dass Terpene:

  • bei der Bekämpfung von Erregern (Bakterien, Pilzen und Viren)
  • bei der Bekämpfung von Entzündungen
  • bei der Reduktion von freien Radikalen (Anti-Aging)
  • gegen die Entstehung und Verbreitung von Hautkrebs
  • gegen Schmerzen, Geschwüre und Wunden helfen können [3]

Die wichtigsten Terpene im Einzelnen

Hast du schon einmal eine Aromatherapie mit ätherischen Ölen genossen? Bei einer Massage oder mit einer entspannenden Duftlampe vielleicht? Ätherische Öle werden in der Naturheilkunde gerne angewandt, um Körper und Geist zu entstressen, zu beruhigen oder zu vitalisieren. Die Öle wirken nicht nur über die Sinne, sondern auch über Schleimhäute und/oder die Haut. Das macht sie auch so beliebt in der Kosmetik. 

Du willst es genauer wissen? Dann schau dir an, was Terpene alles können: 

Terpene für das Immunsystem und gegen Entzündungen

Entzündungen sind eine Reaktion des Immunsystems. Dabei weiten sich die Gefäße, damit Abwehrzellen schädliche Reize bekämpfen können. Wenn du schon einmal eine Allergie hattest, kennst du das: die Haut wird rot und warm, meist schwillt sie auch an. Viele Terpene können diese Überreaktion des Immunsystems zumindest teilweise regulieren und damit eine Entzündung beruhigen. Das macht man sich in der Kosmetik zunutze, um chronische Hautkrankheiten zu lindern, Schmerzen zu reduzieren und unreine, zu Akne neigende Haut zu beruhigen. Beispiele für solche Terpene sind: 

  • Bisabolol
  • ß-Caryophyllen
  • Eukalyptol
  • Limonen
  • Linalool 
  • Myrcen 
  • Ginkgolid-B
  • Humulen
  • Cineol 
  • Pinen [2; 4; 5; S1; S2; S3; S5; S7; S8; S10; S11; S14; S17; S19].

Terpene als Antioxidans

Freie Radikale sind überall in und um uns. Sie kommen z. B. vor in UV-Licht, Feinstaub und Zigarettenrauch. Das Gemeine: sie können ungebremst Zellen und Zellbestandteile zerstören. Du kennst das vielleicht von Leuten, die sich oft und gerne gebräunt haben: Mit der Zeit zeigt sich die Aggressivität der freien Radikale an vorzeitiger Hautalterung, Pigmentstörungen und im schlimmsten Fall Hautkrebs. Die Gegenspieler der freien Radikale sind Antioxidantien. Sie neutralisieren die freien Radikale, bevor sie Hautschäden verursachen können. Manche Terpene können starke Antioxidantien sein, die die Haut vor Sonnenbrand schützen und die Regeneration und Heilung der Haut unterstützen.  Dazu gehören: 

  • Bisabolol
  • Camphen
  • Pinen
  • Squalen 
  • Terpinen 

Terpene gegen Erreger (Bakterien, Pilze und Viren)

Gut, dass wir die vielen Mikroorganismen um uns herum nicht sehen können. Sie wollen in unseren Körper eindringen, werden aber zum Glück durch die Hautbarriere abgehalten. Das schafft die Haut nur nicht immer, z. B. wenn sie trocken oder angegriffen ist. Dann können Abszesse, Wunden und Infektionen entstehen. Viele Terpene können Mikroorganismen (Bakterien, Viren, Pilze) aber gut bekämpfen und Wunden heilen. Deshalb werden sie u. a. auch gerne als natürliche Konservierungsstoffe eingesetzt. Dazu gehören: 

  • Bisabolol
  • Carvacrol 
  • Cineol 
  • Thymol 
  • Humulen
  • Limonoide
  • Myrcen
  • Pinen
  • Squalen [2; 4; 5; S4; S9; S14; S17; S19; S20].  

Terpene gegen Krebs

Bei Krebs vermehren sich Zellen unkontrolliert. Häufig ist dafür ein Fehler in der Erbinformation verantwortlich. Terpene sollen aber so potent sein, dass sie sogar die Entstehung und Verbreitung von Hauttumoren blockieren können. Das ist z. B. der Fall bei:

  • Limonen 
  • Limonoide
  • Squalen
  • Carvon [S6]. 

In Tierversuchen konnten die Terpene schon vorhandene Tumore zurückbilden. Wie genau das geschieht, weiss man noch nicht so genau. Wahrscheinlich töten sie die Zellen aber nicht direkt ab, wie das z. B. eine Chemotherapie macht. Die Forscher vermuten, dass sie eher die Aktivierung von Krebsgenen unterdrücken und die Selbstzerstörung der Krebszellen auslösen [2; 4; 5; 6]. 

Terpene für die Durchblutung

Die Haut braucht eine gute Durchblutung, damit sie mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird und Schadstoffe gut wieder los wird – kurz: damit sie regenerieren kann. Sie braucht Energie aus dem Stoffwechsel, damit sie sich aufbauen und erneuern kann. Forskolin ist ein Terpen, dass die Durchblutung der Haut und die Energieproduktion in den Zellen verbessern kann [5]. Die Folge? Deine Haut sieht frischer, praller und jünger aus. 

Terpene für die Hautberuhigung und Sebumkontrolle

Wenn Du von Akne betroffen bist oder warst, kennst Du das sicher: Die Haut ist fettig und es entstehen immer wieder unschöne Pickel. Das kommt daher, dass die Talgdrüsen zu viel Hautfett produzieren und die Poren verstopfen. Kommen noch Bakterien dazu, entwickeln sich Entzündungen und schließlich Pickel. Viele Terpene wirken antibakteriell, so dass Entzündungen keine Chance haben. Beruhigend auf die Haut wirken z. B.:

  • Camphen
  • Linalylacetat.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten der Terpene

Das sind nur wenige von schier unendlichen Beispielen, bei denen die Terpene wirklich gute Arbeit leisten. Und das gilt für den Körper, den Geist und die Psyche. Daher findest du sie auch besonders in der Naturheilkunde und ganzheitlicher Kosmetik. 

Manche Terpene helfen auch anderen Stoffen, leichter in die tieferen Hautschichten vorzudringen. Bisabolol und Limonen steigern z.B. die Aufnahmefähigkeit der Haut. Das schöne ist: Terpene können auch als Lösungs- und Konservierungsmittel eingesetzt werden und damit chemisch-synthetische Mittel überflüssig machen. Limonen kann beispielsweise Öle und Fette wie Erdöl in kurzer Zeit und sehr effektiv auflösen [6; 7].

Wie lange wirken Terpene?

Terpene sind sehr flüchtig. Wie lange sie auf der Haut wirken, kann man aber nicht pauschal beantworten. Das hängt u. a. davon ab: 

  • wie sensibel Deine Haut auf Terpene reagierst
  • aus welcher Pflanze sie stammen
  • wie hoch sie dosiert sind
  • wie qualitativ hochwertig dein Produkt ist
  • welches Symptom du bekämpfen möchtest
  • mit welchen Stoffen die Terpene kombiniert wurden.

In Form von Cremes bzw. Salben braucht es im Allgemeinen etwas mehr als eine Stunde, bis die Wirkung einsetzt. Dann hält die Wirkung aber mehrere Stunden an. Die Wirkung der Terpene kann stärker ausfallen, wenn sie mit anderen Pflanzenstoffen kombiniert werden. Cannabinoide und Terpene zusammen wirken beispielsweise synergistisch (Entourage-Effekt). Das bedeutet, dass beide Stoffe zusammen eine größere Wirkung haben, als die Summe der beiden Einzelstoff-Wirkungen. Dazu reichen bereits kleine Cannabinoidmengen aus. 

Gibt es auch Nebenwirkungen?

Ja! Die Terpene können, zumindest in höheren Konzentrationen und bei empfindlicher Haut, Reizungen und Allergien verursachen. Das gilt besonders für Citral, Geraniol, Limonen und einige andere. Trägt man sie auf die Haut auf, können sie Hautirritationen, Juckreiz und Rötungen verursachen. Wenn du dir also unsicher bist, frag lieber deinen Hautarzt nach einem Allergietest. 

 

Quellen: 

[1] Bioprozessentwicklung zur enzymatischen Herstellung von (-)-Patchoulol und strukturverwandten Produkten

[2] Taming THC: potential cannabis synergy and phytocannabinoid-terpenoid entourage effects

[3] Cannabis and Cannabis Extracts: Greater than the Sum of their parts?

[4] Terpenes

[5] Terpene: übergeordnete Stoffklasse der bioaktiven Substanzen

[6] Cannabis: From Cultivar to Chemovar II—A Metabolomics Approach to Cannabis Classification

[7] Use the Right Citrus-Based Cleaning Products to Avoid Corrosion or Rust

 

Weiterführende Studien: 

Piccioli, Giacomo et. al., β-Caryophyllene Reduces the Inflammatory Phenotype of Periodontal Cells by Targeting CB2 Receptors

Fine, Gerry P. and Rosenfeld, Mark J., The Endocannabinoid System, Cannabinoids, and Pain

Rogerio, Alexandre P. et.al., Preventive and therapeutic anti-inflammatory properties of the sesquiterpene alpha-humulene in experimental airways allergic inflammation

Jang Hye-In et. al., Antibacterial and antibiofilm effects of α-humulene against Bacteroides fragilis

Yazgan, Hatice et.al., Antimicrobial influence of nanoemulsified lemon essential oil and pure lemon essential oil on food-borne pathogens and fish spoilage bacteria

Ajikumaran, Nair S. et.al., Citrus peels prevent cancer

 

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