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Warum Selbstliebe nicht egoistisch ist

03.03.21 5 min. lesezeit

Es gibt ein paar Dinge, bei denen wir uns als Gesellschaft auf gewisse Konventionen geeinigt haben: Wir sagen „Bitte“, „Danke“ und „Hallo“, lassen unser Gegenüber ausreden und nehmen Rücksicht auf andere. 

Doch nicht immer sind solche kollektiven Normen ohne Widersprüche – und womöglich nicht immer gleich sinnvoll: Warum macht Lob von anderen uns erfolgreich, während „Eigenlob stinkt“? Warum macht uns die Zuneigung anderer liebens- und begehrenswert, die Zuneigung zu uns selbst aber „selbstverliebt“?  Weshalb sind wir fürsorglich, wenn wir auf andere Acht geben, aber „egoistisch“, wenn es um unser eigenes Wohlergehen geht?

Beinahe scheint es, als würden wir manchmal gegen uns selbst arbeiten. Und vielleicht ist es an der Zeit für gesündere Antworten auf unsere Fragen.

Auf einen Blick: Warum Selbstliebe nicht egoistisch ist

  1. Unsere Bedürfnisse und ihre Grenzen
  2. Was ist Egoismus?
  3. Was ist Egoismus nicht – oder: Was ist Selbstliebe?
  4. Warum kann Selbstliebe so heilend sein?
  5. Wie Selbstliebe gelingen kann

Unsere Bedürfnisse und ihre Grenzen

Wir alle sind zu einem gewissen Grad selbstbezogen. Wir kommen sogar als Egoisten auf die Welt, wenn man so möchte: Denn schon vom ersten Tag an verlangen wir Nährstoffe, Essen und Zuwendung, um unsere Bedürfnisse zu stillen – genau genommen tun wir das sogar schon im Mutterleib. Wir fordern ein, was wir für uns und unsere Entwicklung benötigen.

Doch irgendwann kommt der Punkt, an dem wir teilen sollen. Wir lernen, kompromissfähig zu sein. Die Grundlage, um gemeinsam mit anderen zusammenzuleben und Teil der Gesellschaft zu sein: eine Eigenschaft von unschätzbarem Wert also.

Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass wir von nun an abwägen müssen: Wir dürfen fordern, aber nicht zu viel. Und nicht immer pendelt sich dieses Verhältnis im Laufe der Kindheit oder Jugend in einer gesunden Mitte ein.

Selbstliebe lernen heißt, dass wir in dieser Mitte zusammenfinden können: Selbstliebe hilft uns, unsere Bedürfnisse bestmöglich mit unserer Umgebung auszuhandeln. Somit kann sie den Weg frei machen, um unseren Mitmenschen auf Augenhöhe zu begegnen. Indem wir für uns selbst einstehen, bieten wir dafür überhaupt erst die Grundlage – und das hat ziemlich wenig mit Egoismus zu tun.

Was ist Egoismus? 

Der Duden spricht dann von Egoismus, wenn wir danach streben, Vorteile für uns zu erlangen oder uns betreffende Wünsche zu erfüllen – „ohne Rücksicht auf die Ansprüche anderer“. 

Der letzte Halbsatz ist nicht ganz unwesentlich. Denn solange wir unsere Bedürfnisse kommunizieren, aushandeln und mit denen unserer Umwelt abwägen, ist es kein Egoismus. Und selbst, wenn wir mal im Fokus stehen, muss das noch lange nicht egoistisch sein.

Wahrer Egoismus will alles für sich behalten und scheut sich auch nicht davor, andere dafür auszunutzen, strebt womöglich sogar eine Win-Lose-Situation an. Er geht mit fehlender Empathie und einem unrealistischen, überhöhten Selbstbild einher. 

Egoismus entsteht aus einer Quelle der Angst: Wenn wir tief im Inneren glauben, dass wir nicht wertvoll sind, müssen wir andere austricksen, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen. 

Was ist Egoismus nicht – oder: Was ist Selbstliebe?

Liebe ist etwas, das geteilt wird – indem wir auch uns selbst lieben, sind wir also lediglich konsequent. Wie passt es zum Wesen der Liebe, wenn wir andere einschließen, aber nur bei uns selbst eine Ausnahme gelten lassen?

Während Egoismus uns sogar dabei blockiert, andere zu lieben, tut (gesunde) Selbstliebe das Gegenteil. Wir fühlen uns gefestigt und möchten Dinge mit anderen teilen – wir streben Win-Win-Situationen an. Selbstliebe lässt uns ein realistisches Selbstbild mit unseren Stärken und Schwächen zeichnen.

Natürlich gibt es eine Menge Grautöne zwischen Selbstliebe und Egoismus. Und wir alle tragen, mal mehr, mal weniger, einen Teil von beiden Seiten in uns. Und auch das ist nicht schlimm: Nicht umsonst bedeutet (Selbst-)Liebe, uns in unserer Gänze zu umarmen. Auch die Parts, die mal egoistisch sind, oder jene, die mal zu wenig einfordern. Wir dürfen all das anerkennen und uns, schon jetzt, in diesem Moment, akzeptieren. Selbstliebe kann uns da befreien, wo wir sonst auf der Stelle zu treten scheinen.  

Warum kann Selbstliebe so heilend sein?

Warum haben wir so viel Angst davor, selbstverliebt zu sein – uns also „zu viel“ zu lieben – anstatt uns zu fragen, ob wir uns genug Zuneigung entgegenbringen? 

Paradoxerweise scheinen wir mehr Angst davor zu haben, selbstverliebt zu sein – uns also „zu viel“ zu lieben – als davor, uns zu wenig Zuneigung entgegen zu bringen. Und 

während Egoismus zu Recht schnell kritisiert wird, gilt Selbstlosigkeit oft sogar als etwas Positives. 

Dabei sind Extreme, egal in welche Richtung, kaum der richtige Weg. Niemand sagt uns, dass wir keine Rücksicht mehr auf andere nehmen sollen. Es geht nicht um Obsession, sondern vielmehr um Prioritäten.

Letzten Endes ist es genauso wie mit der Liebe zu einem anderen Menschen: Liebe ist nicht gleich Liebe. Es gibt Liebe mit Besitzansprüchen, eifersüchtige Liebe … und es gibt die wohlwollende, die gönnende Liebe. Die Liebe, die aus einem freien Herzen kommt.

Um nichts anderes geht es, wenn wir von der Liebe gegenüber uns selbst sprechen: Die rosarote Brille mag ab und an mal schön sein, aber ist auf Dauer nie gesund. Weder bei anderen noch bei uns. Daher hindert uns ein gesundes Maß an Selbstliebe nicht daran, auch mal die Kritikpunkte und die Schwierigkeiten bei uns zu sehen. Doch die Liebe ist ja trotzdem da. Und nur weil es manchmal Konflikte gibt, müssen wir nicht gleich die Beziehung zu uns selbst in Frage stellen. Wie in jeder guten Beziehung können wir uns stattdessen aufmerksam zuhören und uns auch wieder auf bessere Tage freuen.

Wie Selbstliebe gelingen kann

Unsere Sinne sind wertvolle Instrumente, wenn es darum geht, uns selbst zuzuhören. Schließlich sind das Wohlbefinden von Körper und Geist untrennbar miteinander verknüpft. Doch manchmal verlieren wir uns im Alltag so sehr darin, was im Außen passiert, dass wir gar nicht mehr im Blick haben, warum wir uns fühlen, wie wir uns fühlen.

Eine gesunde Ernährung, aber auch mal etwas für die Seele. Ausreichend Bewegung, aber – wenn uns danach ist – auch mal einen Tag auf der Couch. Wie so oft kommt es auf die Balance an, die uns Körper und Seele vorgeben.

Ganz sanft können auch regelmäßige Schlafgewohnheiten und eine erholsame Nachtruhe zu unserer inneren Ausgeglichenheit beitragen. Unser Favorit dafür? Ein achtsames Schlafritual mit The Good Night, um den Abend ausklingen zu lassen. Dank Bio-Hanfextrakt und wohltuenden Aromen verwöhnt sie Deine Sinne, und lässt Dich nach einem langen Tag ganz bewusst zu Deiner Mitte zurückkehren.

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