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Selbstakzeptanz: Die Grundlage für Selbstliebe und Selbstfürsorge

22.02.21 4 min. lesezeit

Wir können uns aktiv entschließen, uns selbst mit mehr Liebe und Fürsorge zu begegnen. Wir können uns mit unseren Prioritäten auseinandersetzen, mehr auf unser Wohlbefinden achten und liebevoll mit uns umgehen.

Wir können für all das eine Entscheidung treffen. 

Doch wenn wir uns selbst nicht so akzeptieren, wie wir sind, dann fühlt es sich früher oder später dennoch so an, als würden wir gegen Wände rennen. Oder gegen verschlossene Türen. 

Wie sollen wir uns voll und ganz lieben und für uns sorgen, wenn wir unsere Bedürfnisse, unsere Eigenheiten nicht annehmen? Wie sollen wir uns jemals ganz fühlen, wenn wir manche Teile unseres Selbst zwar umarmen, aber andere nicht wahrhaben wollen?

 

Auf einen Blick: Selbstakzeptanz: Die Grundlage für Selbstliebe und Selbstfürsorge

  1. Die Freiheit, nicht in eine Schublade zu passen
  2. Eine (Self-)Love-Story
  3. Wachstum und Akzeptanz
  4. Wo licht ist, ist auch Schatten – oder: Schattenarbeit
  5. Hinschauen und uns zuhören

 

 

Die Freiheit, nicht in eine Schublade zu passen

Selbstakzeptanz bedeutet vor allem, uns in unserer Gänze wahrzunehmen: dabei die positiven Dinge wertzuschätzen, aber auch die Dinge anzunehmen, die uns auf den ersten Blick womöglich weniger wertvoll erscheinen. 

Und es ist auch die Freiheit, widersprüchlich sein zu dürfen. Wir dürfen mal schnell sein, mal langsam. Mal stürmisch, mal bedacht. Mal leise, mal laut.

Wir dürfen unsere entspannte Abendroutine haben und auch mal durchtanzen, bis die Sonne wieder aufgeht.

Jede unserer Seiten hat ihre Berechtigung. Alles darf da sein. Es ist okay – wir sind okay. Das zu verinnerlichen, ist eine lebenslange Aufgabe. Und vielleicht eine der heilsamsten und wichtigsten, vor denen wir je stehen werden. 

Eine (Self-)Love-Story 

Unser Kopf liebt einfache Antworten – nicht umsonst machen sich romantische Komödien genau dieses Prinzip zunutze und lassen uns alles um uns herum vergessen. Genau dieses Denken spielt uns in der Realität jedoch gerne mal einen Streich: Wir glauben, uns entweder völlig neu erfinden oder stehen bleiben zu müssen. Stillstand oder Selbstoptimierung. Liebe oder Abweisung.

Warum müssen wir denn alles immer gleich exzessiv lieben – oder andernfalls einer radikalen Änderungskur unterziehen?

Es ist nur natürlich, dass wir manche Dinge an uns mehr lieben und manche weniger. Vielleicht muss sich unsere Liebe zu manchen Parts auch einfach noch mehr entwickeln als zu anderen. Ohnehin verändert sich unser Verhältnis zu uns selbst im Laufe unseres Lebens ständig. Oder um es mit anderen Worten zu sagen: Unsere Identität ist kein fester Zustand, sondern ein sich unaufhörlich verändernder Prozess.

Selbstakzeptanz bedeutet, verständnisvoll mit all unseren Seiten umzugehen – unabhängig davon, wie viel Schaden oder Nutzen sie uns auf den ersten Blick bringen. Und das hat nichts mit „sich gehen lassen“ zu tun. Ganz im Gegenteil: Uns zu akzeptieren, kann sogar entscheidend zu unserem persönlichen Wachstum beitragen.

Wachstum und Akzeptanz

Es gibt Dinge, die nun einmal zu uns gehören, auch wenn wir das nicht wahrhaben wollen. Ob wir sie früher oder später, gar nicht oder vielleicht jetzt schon akzeptieren, bleibt ganz uns überlassen. Oft kann es uns jedoch befreien und voranbringen, sich genau diesen Aspekten zu öffnen.

Akzeptieren heißt nicht stehen bleiben, sondern innehalten und abwägen. 

Vielleicht spüren wir ja, dass es irgendwo einen Knoten gibt. Und vielleicht wollen wir ihn sogar lösen, aber sind (noch) nicht bereit, wirklich hinzuschauen. Aber nur wenn wir uns trauen, genau hinzuschauen und die Ursache zu ergründen, können wir sehen, an welcher Stelle wir den Knoten lösen müssen – und beobachten, wie er dann fast von alleine aufgeht. Tun wir das nicht, ziehen wir immer fester daran, und der Knoten ist am Ende womöglich schwerer zu lösen als zu Beginn.

Wo Licht ist, ist auch Schatten – oder: Schattenarbeit

Stell Dir vor, all die verschiedenen Teile von Dir würden sich mit dir in einem Raum befinden. Der introvertierte und der extrovertierte Part. Der faule und der hart arbeitende. Der nachdenkliche und der genießende.

Es gibt gewisse Parts, die wir lieber zeigen, weil wir sie für besser halten, weil wir gelernt haben, dafür Anerkennung zu bekommen, oder weil sie uns schlichtweg am sichersten und vertrautesten erscheinen. Wenn wir uns nicht in unserer Gänze akzeptieren, nehmen wir meistens nur genau diese wahr – und ignorieren die Facetten, die uns nicht gefallen oder die ungewohnt für uns sind. 

Diese wahrzunehmen und zu verarbeiten, wird, angelehnt an die Lehren des Psychoanalytikers Jung, auch als Schattenarbeit bezeichnet. 

Hinschauen und uns zuhören

Indem wir uns diese metaphorischen Schatten bewusst machen, können wir aufhören, die vermeintliche Lösung für unsere Probleme im Außen zu suchen. Wir können aufhören, uns auszubremsen und kleinzumachen – und damit die volle Verantwortung für unser Leben übernehmen.

Natürlich dürfen wir dennoch unsere Lieblingsparts haben. Wir dürfen uns nach diesen ausrichten und es zur Priorität machen, diese so oft wie möglich zu verkörpern. Und trotzdem können wir die anderen Seiten auch anschauen und uns anhören, was sie uns sagen wollen. 

Basierend auf dieser Idee können wir uns in herausfordernden Situationen fragen: Was will der Part in mir sagen, der gerade neidisch/wütend/traurig … ist? Hat das Gefühl wirklich mit meinem Gegenüber zu tun, oder reagiere ich gerade auf Basis meiner Erfahrungen und Prägungen?

Vielleicht wollen wir damit abschließen und können das nur, indem wir diesem Teil von uns – sinnbildlich – tief in die Augen schauen und ihn dann höflich hinausbitten. Oder wir beschließen, dass wir ihm den Platz lassen, den wir ihm geben möchten. Auch wenn es nicht gleich unsere Lieblingsecke werden muss, ist es in Ordnung, wenn wir ab und an mal dort hingehen. Irgendwo bilden diese Ecken und Kanten auch einen interessanten Gegensatz zum Rest unserer Persönlichkeit. Sie machen uns nicht nur spannend, sondern auch menschlich: Sie machen uns zu der Person, die wir sind.

Uns mit den schönen und den schwierigen Seiten unseres Selbst auseinanderzusetzen, kann uns helfen, unsere Bedürfnisse einzuordnen und besser für diese zu sorgen: um in Liebe, Verständnis und Fürsorge mit all den Parts in uns zusammenzuleben. Vielleicht ist das mal chaotisch und verrückt, aber vor allem auch ziemlich erfüllend oder wundervoll – und macht das unser Leben nicht erst aufregend?

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