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Let’s talk science

Achtsamkeit und Schmerz

Achtsamkeit und Schmerz

In Teil eins der Miniserie zum Thema Schmerz haben wir uns mit der Entstehung und Physiologie von Schmerz beschäftigt. Wir haben gesehen, dass Schmerzen – so unangenehm sie uns auch sein mögen – eine Daseinsberechtigung haben (und zwar eine ziemlich gute), und wir haben gesehen, dass uns diese Erkenntnis die Tür zu einer neuen Sichtweise auf unseren Schmerz öffnen kann. Im zweiten Teil haben wir mehr zum Umgang mit Schmerzen erfahren und schon einige Möglichkeiten kennengelernt, wie wir uns mit unserem „ungeliebten Hausgast“ arrangieren können. In diesem dritten und letzten Teil schauen wir uns an, wie uns achtsamkeitsbasierten Techniken im Umgang mit unserem Schmerz zur Seite stehen können.

Gute Nachrichten!

Ich selbst bin, als Denker meiner Gedanken und vor allem als mündiger Entscheider darüber, welchen Gedanken ich wie viel Beachtung und damit „Nahrung“ gebe, für meine eigene Schmerzwahrnehmung von zentraler Bedeutung. Und das sind gute Nachrichten! Denn so machtlos ich auch der Intensität eines Schmerzes ausgeliefert sein mag – meine innere Haltung, die Art mit der ich Schwierigkeiten, Problemen, Schmerzen, aber auch den schönen Dingen im Leben begegne, kann ich ganz massiv mitgestalten, indem ich achtsam durchs Leben gehe.

Anfängergeist

Was bedeutet das? Im Grunde bedeutet Achtsamkeit nichts anderes, als so gut es eben geht im Hier & Jetzt zu sein und sich dabei so wenig wie möglich von Vergangenem oder Kommendem beeinflussen zu lassen. Im Zen spricht man auch von Anfängergeist. Man begegnet einer Situation, als wäre es das erste Mal – nur dann gibt es wahre Offenheit. Ein Expertengeist sieht lediglich einen kleinen Teil des Ganzen und glaubt, daraus die Wahrheit ableiten zu können. Er reduziert die atemberaubende Komplexität der von außen auf uns einströmenden Informationen und Zusammenhänge auf ein für die jeweilige Situation angemessenes Minimum und bedient sich dabei der Erfahrung, die wir in ähnlichen Situationen gemacht haben. Für den Alltag, z. B. im Beruf ist das unglaublich praktisch. Es kann aber auch den Blick auf neue Sichtweisen verstellen. Wenn also unsere gewohnten Mechanismen im Umgang mit Problemen wie Schmerz uns nicht mehr helfen, könnte es an der Zeit sein, zum Start zurückzukehren und zu Versuchen unsere Situation mit Anfängergeist wahrzunehmen.

„Warum ausgerechnet ich?“

Im Kern geht es dabei darum, den Unterschied zwischen dem Schmerz selbst, also dem Signal oder sensorischem Input, und den Gedanken darüber zu erleben. Die Gedanken, die wir uns zu unserem Schmerz machen, soviel ist sicher, sind in den allermeisten Fällen nicht nur nutzlos, sondern tragen zusätzlich noch zu unserem Leiden bei. Gedanken wie „warum schon wieder dieser Schmerz“, „wann wird es bloß jemals aufhören“, „warum habe ausgerechnet ich ständig mit dieser fürchterlichen Migräne zu kämpfen“ können unabhängig vom Schmerz, der sie verursacht hat, eine ganz eigene Dynamik bekommen. Hier die Möglichkeit zu haben einzugreifen, innezuhalten und das eine vom anderen klar trennen zu können, wenn auch nur für einige Augenblicke am Tag, kann einen riesigen, kaum zu überschätzenden Unterschied machen. Achtsamkeit ist hierfür das ideale Werkzeug.

Vom Prinzip her unterscheidet sich die Arbeit mit Schmerz dabei nicht von der Arbeit mit anderen Gefühlen oder Emotionen. Schmerz kann im ersten Moment wie ein Sonderfall wirken, da er eine solche Macht über uns hat. Das kann man sich aber auch zunutze machen: Schmerz ist ein hervorragendes „mentales Objekt“, um daran seine Konzentration zu üben – er ist immer präsent und verschafft sich seine Aufmerksamkeit ganz allein, auch ohne dass wir uns daran erinnern müssen.

Ist der Schmerz das eigentliche Problem?

Wichtig ist die Art und Weise, wie wir unseren Schmerz betrachten. Können wir ihn wahrnehmen, als wäre es das erste Mal, ohne dass wir unsere womöglich jahrelange Beziehung in die Betrachtung einfließen zu lassen? Können wir ihm gelassen gegenübertreten, mit Neugierde, Offenheit und Mitgefühl? Gelingt uns das, wird etwas Verblüffendes deutlich, nämlich wie paradox Gedanken wie „dieser Schmerz ist unerträglich“ bei näherem Hinsehen eigentlich sind. Denn in dem Moment, den es braucht, diesen Gedanken zu denken, habe ich den Schmerz doch bereits ertragen. Das eigentlich Unerträgliche ist also nicht der Schmerz selbst, sondern der Gedanke daran, den Schmerz auch weiterhin in der Zukunft ertragen zu müssen bzw. das Verlangen oder der Wunsch danach, ihn in der Zukunft nicht mehr ertragen zu müssen. Die spannende Erkenntnis: Im jeweiligen Moment ist der Schmerz gar nicht das eigentliche Problem. Der bleibt, aber: Schmerz ist nicht gleich Leid. Ein großer Teil des Leides wird nämlich gar nicht vom Schmerz selbst erzeugt, sondern von den Gedanken, die sich darum drehen. Können wir es also schaffen, uns gedanklich von Vergangenheit und Zukunft zu lösen und, jedenfalls für wenige Augenblicke, vollständig im Hier & Jetzt zu sein?

Und wir reden hier keinesfalls von Stunden, oder gar Tagen. In den meisten Fällen nicht einmal von Minuten. Aber das macht nichts, denn durch das regelmäßige „Durchlöchern“ deiner normalen Wahrnehmung mit dieser neuen (eigentlich „wahreren“) Sicht auf die Dinge, machst du diese neue Sicht nach und nach zu einem Teil von dir – und kehrst Stück für Stück zu deiner wahren Natur zurück.

Achtsamkeitstraining ist Training!

Wenn dir das grad alles etwas abgehoben vorkommt: Keine Sorge! Achtsamkeit ist ein Thema für sich und bevor sich das alles so verwirklichen lässt, dass es dir im Alltag tatsächlich hilft, kann einige Zeit vergehen. Wie ein Muskel muss Achtsamkeit trainiert werden – schließlich geht es um nichts Geringeres, als das Aufbrechen von mentalen Prozessen, die sich über lange Zeit, oft ein ganzes Leben, eingebrannt haben. Solltest du also trotz allem einen Versuch wagen wollen, lass dich nicht entmutigen, wenn du anfangs das Gefühl hast, nicht von der Stelle zu kommen. Es kann außerdem nicht schaden, sich zum Einstieg Unterstützung zu holen, z. B. durch entsprechende Kurse oder, schließlich ist es 2020, in Form einer App.

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